Die Vorteile der Abwesenheit von Bonuszahlungen

Bonuszahlungen für Mitarbeiter gehören bei vielen Banken zur täglichen Praxis. Die Jyske Bank geht schon immer einen anderen Weg und zahlt ausschließlich Festgehälter. Weshalb das nicht nur für die Kunden ein Vorteil ist, erläutern die Private Banking Berater Klaus Möller und Frank Obling aus Kopenhagen, die beide seit 2002 bzw. 1996 für die Jyske Bank tätig sind.

Klaus, bevor Du vor rund 17 Jahren zur Jyske Bank kamst, hast Du für eine große deutsche Bank gearbeitet. Hier gehörten Bonuszahlungen zum Teil Deines Gehaltes. Du hast Dich dennoch für einen anderen Weg entschieden. Weshalb?

In erster Linie waren es private Gründe, die mich nach Dänemark geführt haben. Aber ich habe von Anfang an den Wechsel von Bonuszahlungen zum Festgehalt als sehr positiv empfunden. Den stets freundschaftlichen, positiven und gelebten Teamgedanken, den ich sofort bemerkt habe, führe ich auf das Festgehalt zurück. Die Arbeit im Team macht mir auch sehr viel Spaß, da wir alle in ständigem Austausch stehen und somit immer bestens informiert sind.

Hat sich die Beratung im Laufe der Jahre verändert?

Grundsätzlich sind heutzutage die Kunden sehr viel besser informiert, als das früher der Fall war. Das liegt natürlich an der gesamten Berichterstattung, da jeder mittlerweile rund um die Uhr über verschiedenste Quellen Informationen beziehen kann. Das steigert aber auch unsere eigene Motivation, weil wir unseren Kunden wirklich die Lösungen empfehlen möchten, die für sie am besten sind. Hierbei schätze ich bei der Jyske Bank besonders, dass wir uns für unsere Kunden auch genügend Zeit in der Planung nehmen und Entscheidungen fällen können, ohne noch einmal intern Rücksprache halten zu müssen. So eine Entscheidungsfreiheit motiviert natürlich zusätzlich.   

Frank, Du bist ja sogar noch länger bei der Jyske Bank und hast vorher für eine andere dänische Bank gearbeitet. Wie sind Deine Erfahrungen?

Ich kann Klaus nur absolut beipflichten. Ich schätze bei der Jyske Bank die Ehrlichkeit zwischen den Kunden und den Beratern. Die Kunden können uns absolut vertrauen, weil wir durch die Abwesenheit von Bonuszahlungen keine Entscheidungen für uns persönlich, sondern nur für sie treffen. Das lässt mich auch sehr gut schlafen und trägt zu meiner inneren Zufriedenheit bei.

Liegt das nur an den fehlenden Bonuszahlungen?

Das kann man so nicht sagen, aber es spielt eine große Rolle. Wir sind ein hervorragendes Team, das Entscheidungen auch gern einmal gemeinsam trifft. Wir tauschen uns viel über Anlagestrategien aus. Gerade in der Finanzwelt ist Zeit ein entscheidender Faktor. Wenn sich ein Team ständig und kurzfristig über die neuesten Entwicklungen austauscht, ist das ein absoluter Wissensvorsprung und fördert zudem den Teamgeist. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass jeder Berater sehr gut informiert ist und auch als Urlaubsvertretung oder im Krankheitsfall für die Kollegen einspringen kann. Durch den Verzicht auf Bonuszahlungen muss sich niemand Sorgen machen, dass Kunden intern abgeworben werden könnten, um selbst einen höheren Nutzen zu haben. So etwas gibt es bei uns nicht.

Wie siehst Du das, Klaus?

Wenn man sich die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit anschaut, sagt das schon nahezu alles. Wir sind ein Team, das seit vielen Jahren sehr gut zusammenarbeitet. Wahrscheinlich muss man den guten alten
Spruch „Geld ist nicht alles“ einmal heranziehen. Unser Arbeitsklima ist außergewöhnlich gut, was auch
daran liegt, dass die Jyske Bank als eine ihrer Leitideen die Gleichgewichtigkeit zwischen Kunden, Mitarbeitern und Aktionären predigt und lebt. Dadurch gibt es keine Bevorzugung einer dieser Gruppen, die automatisch zu einer Unzufriedenheit und zu einem Nachteil der anderen Gruppen führen würde. Dieses gegenseitige und von Respekt geprägte Miteinander sorgt für ein gesundes Klima innerhalb der Bank. Dadurch ist auch die Fluktuation der Mitarbeiter bei uns deutlich geringer, als in anderen Banken. Das hat natürlich auch den Vorteil, dass unsere Kundenbeziehungen über sehr viele Jahre bestehen und wir dadurch eine sehr vertrauensvolle, teilweise sogar freundschaftliche Zusammenarbeit mit den Kunden pflegen.

Das klingt ja schon ein wenig nach Familie.

Naja, Familie ist vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen. Aber man muss schon sagen, dass wir uns im Team sehr gut verstehen. Das ist natürlich auch wichtig, wenn man sich jeden Tag sieht und eng zusammenarbeitet. Der ständige und sehr intensive Austausch trägt dazu bei, dass wir uns alle wirklich wohlfühlen. Das spüren unsere Kunden selbstverständlich auch.

Frank, wie haltet Ihr in der Regel den Kontakt zu den Kunden?

Wir melden uns bei unseren Kunden immer dann, wenn es wichtig ist. Das sind aber keine Verkaufsgespräche, sondern sie dienen der Aufklärung. Besonders im Herbst des vergangenen Jahres haben wir sehr viele Gespräche geführt. Hier ging es an den Börsen ja sehr turbulent zu, sodass wir über die Entwicklungen informiert haben. Es gibt aber auch durchaus Kunden, die häufiger informiert werden möchten. Diesem Wunsch kommen wir natürlich gern nach. Ansonsten sind wir über Telefon oder E-Mail ja stets erreichbar. Niemand muss bei uns befürchten, in einem Callcenter zu landen. So etwas haben wir nicht.

Ich komme noch einmal abschließend auf das Thema Bonuszahlungen zurück. Ist das bei Euren Kunden ein Thema?

Ich antworte hier einmal für uns beide. Wir thematisieren die Bonuszahlungen stets in den ersten Terminen, weil wir dies zur Verdeutlichung unserer Beratung für unerlässlich halten. Für die Kunden ist der Vorteil, der sich für sie aufgrund der fehlenden Bonuszahlungen ergibt, sofort ersichtlich und verständlich. Dass auch wir Berater einen Vorteil davon haben, erschließt sich den Kunden häufig erst auf den zweiten Blick, weil sie noch nie in diese Richtung gedacht haben. Das sorgt häufig für einen Aha-Effekt und verstärkt den positiven Eindruck von der Arbeitsweise innerhalb der Jyske Bank.

Klaus, Du hast hier noch eine Ergänzung?

Wir haben viele Kunden, die ein Unternehmen leiten oder selbst Unternehmer sind. Diese profitieren durchaus häufig von einem Bonus. Sei es bei Einkaufspreisen, Einkaufsmengen oder Vorteilen bei Zahlungszielen. Ich halte einen Bonus für den Bereich der Finanzberatung aber für grundlegend falsch. Niemand kann in einer Beratung besser werden, wenn er durch finanzielles Eigeninteresse getrieben wird.

Ein schönes Schlusswort. Vielen Dank Euch beiden für die Einschätzungen und das Gespräch.